Pickel im Winter

Winter-Model-Pickel

Mit der dunklen Jahreszeit kommen bei vielen Menschen die Hautprobleme zurück, von denen sie den ganzen Sommer über verschont geblieben sind. Woran liegt das eigentlich und was lässt sich dagegen tun?

Die entzündungshemmenden UV-Strahlen werden weniger

Wer an Akne vulgaris oder einer anderen bakteriell verursachten Form der Akne leidet, der ist nach drei Wochen Sommerurlaub am Meer oft beschwerdefrei. Das rührt daher, dass UV-Strahlen antibakteriell und entzündungshemmend wirken. Auch Salzwasser und viel frische Luft machen den Bakterien das Leben schwer und haben deshalb einen günstigen Effekt auf unsere Haut. Selbst wer daheim bleibt, profitiert den Sommer über von der intensiveren UV-Strahlung und kann sich über ein gebessertes Hautbild freuen. Sobald es Herbst wird, werden die Tage aber kürzer und die Sonneneinstrahlung weniger intensiv, weshalb Akne verursachende Bakterien sich wieder besser vermehren können.

Künstliche UV-Strahlen gegen Pickel

Das Sprießen der fiesen Bazillen musst du aber nicht einfach hinnehmen. Viele Hautärzte behandeln ihre Patientinnen und Patienten im Winter ganz gezielt mit künstlichem UV-Licht. Wenn du nicht an einer ausgeprägten Akne leidest, sondern nur öfter als sonst einmal einen Pickel hast, dann reicht meist schon ein regelmäßiger Besuch im Solarium. Vor Solarien wird zwar immer gewarnt, weil UV-Strahlen nicht nur Bakterien bekämpfen, sondern auch die Hautalterung forcieren. Wer im Winter aber verstärkt unter Hautunreinheiten leidet, dem nutzen die künstlichen Sonnenbäder mehr, als sie schaden. Hilfreich und weitestgehend unschädlich sind ein bis zwei Bestrahlungsintervalle a 15 bis 20 Minuten pro Woche. Im Idealfall gehst du zuvor noch in die Sauna oder gönnst dir ein Dampfbad. Durch das starke Schwitzen werden die Poren geöffnet, was den Talgabfluß begünstigt. Danach ist ein Besuch im Solarium besonders effektiv.

Extreme Witterung ist purer Stress für die Haut

Im Winter machen aber nicht nur lästige Mikroorganismen der Haut zu schaffen, sondern auch die extreme Witterung. Minustemperaturen draußen und Heizungsluft drinnen trocknen die Haut oft stark aus. Auch das kann zu Irritationen und Hautunreinheiten führen. Wenn du empfindliche Haut hast, ist es wichtig, dass du deine Pflegeroutine den geänderten Witterungsverhältnissen anpasst. Nur weil im Sommer ein leichtes Feuchtigkeitsfluid ideal für deine Haut ist, muss das Mitten im Januar noch lange nicht so sein. Wenn Deine Haut öfter gerötet ist, spannt und sich kleine Knötchen zeigen, dann braucht deine Haut reichhaltigere Pflege. Nutzt dann eine leichte Creme, die neben Feuchtigkeit auch Fett spendet.

Wenig frische Luft und dicke Kleidung

Pickel werden im Winter aber nicht nur im Gesicht mehr, sie bilden sich auch verstärkt am Rücken, am Hals und auf dem Dekolletee. Neben den fehlenden Sonnenstrahlen ist hier auch oft die dicke Winterkleidung schuld. Damit wir draußen nicht frieren, tragen wir meist gleich mehrere Schichten Kleidung. Im Hörsaal oder im Büro ist das dann des Guten zu viel. Wir fangen an, unter der dicken Kleiderschicht zu schwitzen, ohne das der Schweiß abfließen kann, was die Entstehung von Hautunreinheiten begünstigt. 


Gerade wenn du im Winter unter Pickeln am Hals leidest, die sonst nie auftreten, ist fast immer die Kleidung schuld. Komplett auf Schals und Rollkragenpullover zu verzichten, wäre zwar eine Wohltat für die Haut. Mit einer Erkältung pro Winter wäre es dann aber wohl nicht getan und eine Schnupfennase ist nicht viel besser, als schlechte Haut. So drastische Maßnahmen sind aber gar nicht erforderlich. 


Achte einfach darauf, dass du deinen Hals nur dann warm einpackst, wenn es wirklich nötig ist. Bunte Schals und große Tücher sind zwar schöne Accessoires, aber wenn du unter Pickeln am Hals leidest, solltest du sie unbedingt ablegen, sobald du dich über längere Zeit drinnen aufhältst. Acht Stunden am Tag in einem gut beheizten Büro mit einem Tuch um den Hals vor dem Computer zu sitzen, ist dann einfach keine gute Idee. Auch wenn es noch so schick aussieht.

Lebkuchen, Plätzchen und Marzipan

Neben den Witterungsverhältnissen macht unserer Haut im Winter aber auch unsere veränderte Ernährung zu schaffen. Gerade hochglykämische Lebensmittel, also solche, die viel einfachen Zucker enthalten, stehen im Verdacht, einen Pickelschub auslösen zu können. Schuld daran ist der Umstand, dass diese Lebensmittel die Insulinproduktion ankurbeln, was wiederum zu einer verstärkten Ausschüttung bestimmter Hormone führt, die die Talgproduktion anregen. Die typischen Adventsleckereien, Plätzchen, Lebkuchen und Marzipan, enthalten enorm viel einfachen Industriezucker, sind also hochglykämisch, und damit Gift für deinen Teint. Das heißt jetzt nicht, dass du nie wieder ein Stück Marzipanstollen essen darfst, aber bei einem Stück sollte es dann halt auch bleiben, wenn du unter Hautproblemen leidest.

Auf genügend Vitamine achten

Nicht nur zu viel Zucker schadet der Haut, auch ein Mangel an Vitaminen kann schuld an einem schlechten Teint sein. Während wir im Sommer oft schon alleine wegen der großen Hitze leicht essen und Salate sowie frisches Obst und Gemüse bevorzugen, wird im Winter gerne zu deftigeren Mahlzeiten gegriffen. Die Vitaminversorgung ist dann nicht immer ausreichend. Achte hier ganz bewusst darauf, dass du wenigstens zwei bis drei Portionen frisches Obst oder Gemüse pro Tag konsumierst. Am besten beginnst du den Tag bereits mit einem leckeren grünen Smoothie. Tomatensaft schmeckt außerdem nicht nur im Flugzeug, sondern kann auch eine Kantinenmahlzeit ernährungsphysiologisch aufwerten. Wenn du nicht immer Zeit hast, dich ausgeglichen und gesund zu ernähren, dann machen im Winter auch schon einmal Nahrungsergänzungsmittel Sinn. 


Die Haut profitiert besonders von Biotin, Vitamin E und den Vitaminen der B-Gruppe. Wer an entzündlichen Hautunreinheiten leidet, sollte außerdem darauf achten, dass er genug Zink zu sich nimmt. Auch der in Leinöl in besonders hoher Konzentration enthaltenen Linolsäure wird eine günstige Wirkung bei Akne nachgesagt. Ein Esslöffel davon pro Tag reicht aus. Wenn du den Geschmack nicht magst, dann rühr das Öl einfach in den Frühstücks-Smoothie, da ist es fast nicht herauszuschmecken.

Fazit:Gegen Winter-Akne lässt sich einiges tun. Künstliche UV-Strahlen, der Verzicht auf Schals und Halstücher in geheizten Räumen, eine ausgewogenen Ernährung und etwas Disziplin bei den Weihnachts-Leckereien sorgen auf in der dunklen Jahreszeit für einen klaren Teint.

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