Ölauszug selbst herstellen – so wird’s gemacht

Nicht nur in der Küche, sondern auch bei der Körperpflege sollten naturbelassene Öle nicht fehlen, denn sie enthalten jede Menge positive Eigenschaften, die das Aussehen von Haut und Haar verbessern und auch bei der Bewältigung gesundheitlicher Probleme unterstützen können. Sie kommen beispielsweise als Massageöle, Haarkuren oder auch zur Herstellung selbst gemacher Cremes, Salben oder Naturseifen zum Einsatz. Wie man einen Ölauszug, auch Öl-Mazerat genannt, selbst herstellen kann, erklären wir im Folgenden.

Methoden zur Herstellung eines Öl-Mazerats

Zur Gewinnung eines Ölauszugs gibt es zwei verschiedene Herangehensweisen, dies sind die Heiß- und die Kaltmethode. Zwar dauert der Kaltauszug länger, doch ist er dafür auch viel schonender und die meisten Inhaltsstoffe bleiben unverändert erhalten, sodass das Öl wirkungsvoller und auch gesünder ist.
Bei der Kaltmethode werden die verwendeten Pflanzenteile, zum Beispiel Lavendel, Vanille oder Kakaobohnen, zuerst getrocknet, denn der Reifeprozess braucht mehrere Wochen, und ein Wasseranteil in den frischen Pflanzen würde das Risiko einer Schimmelbildung erhöhen.
Aussortiert werden sollten abgestorbene, welke oder braune Pflanzenteile. Auch die Wahl des Basisöls spielt beim Kaltauszug eine entscheidende Rolle. Hier kommt es darauf an, welche Eigenschaften man vom fertigen Öl erwartet. Außerdem haben die verschiedenen Öle eine unterschiedliche Haltbarkeitsdauer, zum Beispiel Sonnenblumenöl nur ein Jahr, Olivenöl dagegen gleich mehrere Jahre.
Soll das Basisöl vor allem den Duft der verwendeten Kräuter aufnehmen, greift man besser zu geruchsneutralen Ölen wie Mandelöl oder Jojobaöl. Für die Pflege von empfindlicher Haut eignen sich besonders Hanfsamenöl oder Walnussöl, die allerdings auch mehr kosten.

Für den Ölauszug benötigst du Folgendes:

Pflanzenöl
getrocknete Pflanzenteile
ein Glas
Tee- oder Kaffeefilter
Braunglasflaschen für die Aufbewahrung des fertigen Öls

Vorgehen bei der Kaltmethode

Nachdem du die welken Pflanzenteile aussortiert hast (am besten draußen), lasse die Pflanzen noch ungefähr einen Tag im Schatten stehen, damit kleine Tierchen noch wegkrabbeln können. Zerkleinere dann die Pflanzen, achte aber darauf, dass die Pflanzenteile nicht zu klein werden. Getrocknete Pflanzen kannst du auch aussieben, um die ganz feinen Rückstände loszuwerden.

Anschließend gehe so vor:

Gib die Pflanzenteile in das Glas, sodass es circa dreiviertel voll ist. Übergieße sie mit dem Basisöl, sodass alle Pflanzenteile bedeckt sind, und verschließe das Glas. Nun lässt du den Ölauszug bei Zimmertemperatur, jedoch ohne direkte Sonne, für mehrere Wochen (drei bis sechs) reifen. Alle paar Tage schüttelst du das Glas, sodass sich die Wirkstoffe einfacher lösen können und damit kein Schimmel entstehen kann. Sollte am Deckel Kondenswasser entstanden sein, wische dies mit einem sauberen Tuch vorsichtig ab. Am Ende der Reifezeit kannst du das Öl mithilfe eines Teefilters abseihen und das fertige Öl zur besseren Haltbarkeit in eine dunkle Glasflasche abfüllen und kühl sowie lichtgeschützt lagern.
Bei der Haltbarkeit kannst du ungefähr von der Haltbarkeit des verwendeten Basisöls ausgehen. Du kannst die Haltbarkeitsdauer aber auch noch steigern, indem du etwas Vitamin-E-Öl (Tocopherol) hinzugibst. Auch sollten das Glas und die Aufbewahrungsflasche vor Gebrauch möglichst desinfiziert werden.

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